Der Super-Gau für Kinder! Leiden unsere Kinder?

Eine Qualität des Menschen ist Interesse oder Neugier. Oft habe ich kleine Kinder beobachtet. Sie fassen alles an. Lächeln wildfremde Menschen an und strecken ihre kleine Hand aus dem Kinderwagen, um fremde Menschen zu berühren. Sie sind offen und begegnen dem Leben mit einem Wissensdurst, von dem sich Erwachsene eine Scheibe abschneiden können. Sätze wie; „Was ist das?“ „Warum?“ „Wieso hat der Mann einen Stock“, zeigen dies. Kinder füllen ihr Vakuum an Wissen mit Ausdauer und hohem Interesse. Neben ihrer sprichwörtlichen Hilfsbereitschaft ist es ihr Wissensdurst, was ihren Erfolg ausmacht. Dies ist offensichtlich und leicht beobachtbar. Das Selbermachen wollen, der Wunsch zu helfen und ihre Neugier, sind selbst bei den Kleinsten zu beobachten. Kinder und Eltern können viel voneinander lernen. Eltern habe ihr Wissen, doch Kinder ihre ihnen eigene Art das Leben zu betrachten und zu erobern.

Kinder sind keine Zuschauer.

Kinder sind keine Zuschauer mit ihrer an Langeweile grenzenden Beteilungslosigkeit. Zuschauer täuschen Interesse vor. Scheinbar „interessieren“ sich schließlich darüber, was in der Welt vor sich geht. Doch das Interesse ist lau. Zuschauer sind bequem geworden. Sie lassen die Spieler sich abmühen, doch sie „wissen“ alles besser. Sie lassen sich als Konsumenten vorgekaute Standpunkte füttern ohne zu hinterfragen inwieweit die Dinge, mit welchen ihr Verstand gefüttert wird, hilfreich. Wer in allen Dingen nur noch Zuschauer ist, lebt geistig gesehen, in einem halbtoten Zustand. Das Kind hingegen nimmt aktiv teil! Es ist Teil des Lebens. Mag sein, es geht Eltern zu weit, wenn sie dem Kind zum hundertsten mal erklären müssen, dass dieses und jenes nicht seines ist. Doch ihm wurden die Flügel noch nicht gestutzt. Ihm wurde Teilhabe noch nicht ausgetrieben. Den Eltern hingegen oft.

Sicherlich – Kinder müssen lernen, dass es Eigentum gibt. Wenn sie geistig gesund sind, werden sie dies auch. Und dies trifft auf die allermeisten Kinder zu. Das Kind muss sicherlich auch lernen, dass man nicht in die Kommunikation anderer platzt. Auch dies wird es lernen. Das durchschnittliche Kind kommt perfekt ausgestattet zur Welt. Aber es wird vieles lernen und üben müssen. Doch niemals, sollte seine Neugier, sein Interesse und sein Wunsch aktiver Teil des Geschehens zu sein, gebrochen werden.

Es gibt viele Wege für Eltern Kinder herabzuwürdigen.

Wege gibt es mehr als genug dieses zu tun. Manche sind offensichtlicher, andere subtil. Verniedlichen ist einer davon. Das Baby mag zum Knuddeln süß sein. Doch es hat Würde. Mehr als viele Erwachsene. Wenn es weint, hat es einen Grund. Hunger, Durst, es ist müde, die Windel ist voll, ihm ist zu kalt zu warm, das Bäuchlein drückt, oder es braucht schlicht Nähe. In diesem Moment braucht es sofortige Hilfe. Noch besser ist vorausschauende Hilfe. Wenn es Kleinkind geworden, selbst helfen will, richte es so ein, dass es einen kleinen Beitrag geben kann. Wenn es etwas selbst machen will, lasse es zu. Geb nur die nötigste Unterstützung. Es darf und muss Dinge falsch machen, denn so lernt es. Und wenn ein Kind seine Neugier nicht zügelt – richtig so, auch wenn dies manchmal stresst. Wenn man als Mutter oder Vater, sein Baby für voll nimmt, bekommt man diese Dinge schnell heraus. Der Lohn wird ein ausgeglichenes, und selbstsicheres Kind sein. Und du hast langfristig weit weniger Stress.

Andere Wege das Kind zu brechen sind konstante Abwertungen wie: „Das kannst du noch nicht“. „Du bist zu klein!“ Oder: „Das dauert mir zu lange!“ Wenn das Kind etwas noch nicht kann, zeige es ihm. Auf angemessener Stufe natürlich. Entwicklung braucht Zeit. So wie Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht, ist Ungeduld auch in der Erziehung schädlich.

Noch ein Klassiker ist alles gefährlich zu machen? Autos sind gefährlich. Klettern ist gefährlich. Regen macht krank. Fremde Kulturen sind gefährlich. Natur ist gefährlich. Weltanschauungen sind gefährlich. Was wirklich gefährlich ist, sind Verallgemeinerungen, wie „alle“, „jeder weis, dass …“, „niemand will“ und so weiter. Verallgemeinerungen können per Logik gar nicht wahr sein. Es ist immer eine konkrete Sache, eine konkrete Person innerhalb einer Gruppe oder etwas anderes klar Abgegrenztes, das objektiv gefährlich sein kann. Niemals alle, jeder, Ausländer, Männer, und so weiter und so fort. Wer einem Kind solche Dinge „erfolgreich“ lehrt, hat einen Neurotiker erschaffen. Dieser findet sich in seiner Umgebung nicht besonders gut zurecht.

Kinder kennen unglücklicherweise viele Spielarten.

Es gibt tausende Einfärbungen solcher Unterdrückung. Und nichts anderes als Unterdrückung sind diese Dinge. Denn sie drücken den Selbstwert und die Fähigkeit des Kindes nach unten. Diese Dinge machen die Gedanken des Kindes weniger wertvoll. Sie werten den Beitrag des Kindes ab. Und das Schlimmste, sie zerstören seine Extravertiertheit und machen unsicher und kleinlaut. Auch wenn wir als Erwachsene dies millionenfach selbst erlebt haben, so sind diese Dinge Gift für die Kinder und für die Kultur, die aus ihnen erwachsen wird.

Richtig anstatt dessen ist: für das Kind da sein; eine liebevolle und kindgerechte Umgebung; Ermunterung für den Wissensdurst und seine Teilnahme. So wie; kindgerechte Führung, welche sich am Kind und seinen geäußerten Interessen orientiert. Ebenso, dankbares Annehmen der Hilfen des Kindes, auch wenn diese oft ungeschickt sind. Auch das Nahebringen erfolgreicher Regeln ist wichtig. Und dies alles mit sanfter, jedoch klarer und stabiler Führung.

Wenn dein Kind Liebe braucht, drücke es, herze es, oder sei einfach da. Lass „Gutschi, Gutschi“ und andere Verniedlichungen. Dies ist auch wichtig für dich selbst, sonst „vergisst“ du vielleicht, dass du einen vollwertigen Menschen vor dir hast. Das Baby hat Würde. Rede es liebevoll und mit Anerkennung seiner Würde an.

Kinder und Eltern, sitzen in einem Boot.

Eine der vornehmsten Aufgaben ist das Kind nicht zu zerbrechen. Und dann, entlang seiner konstruktiven Interessen zu unterstützen. Sein Interesse am Leben, Menschen oder Dingen werden sein „Sesam öffne dich“ sein. Seine Zauberformel, mit der es das Leben erobern wird. Wenn man sich wirklich bewusst dazu entschlossen hat Vater oder Mutter zu sein, ist dies gar nicht so schwierig. Im Gegenteil sehr erfüllend. Das Glücklichsein des Kindes, kann sehr mitreißend sein. Doch wenn sein Interesse erstmal gestutzt ist, ist es sein Glücklichsein ebenso.

Doch – bist du der beste Freund deines Kindes, und gibst du gleichzeitig Halt und Führung, kannst du wenig falsch machen.

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